Tales From Noise (Part 2: Vicious Circle)

17 Jul

In our job as “creative consultants” at Noise Records we sometimes got detailed instructions for the record covers from the musicians themselves – usually when a mini-LP was planned. Here’s an example of the creative input from the band. This colourful drawing landed on our desk in September 1984:

It came with an “explanation”: “Lightning strikes into the devil’s horn. The devil glows. Lightning is diverted through the devil’s tail and discharges into an explosion. The band logo has to look metallic, like steel, you know…”

As we were too lazy to make a flashy airbrush painting (and Karl “you guys will be my ruin someday” the label boss wouldn’t pay for it) we proposed a comic-style drawing – it was the time of magazines like “Metal Hurlant” and “Heavy Metal”, after all. And we had a few entertaining days digging out some old Jack Kirby comic books.

So this is what hit the shops in fall that year – in a glorious, glossy 12-inch sleeve:

Tales From Noise (Part 1: Kreator)

15 Jul

In the mid-80s we were working for Modern Music, a record label in Berlin. Apart from designing the covers for their “Diadem” releases we did a lot of stuff for their heavy metal label, Noise Records. As the covers were mostly painted by a guy called Lawvere, we were only involved at the printing stage – we had to make sure that the bass player’s scribbles for the inner sleeve were printable, and sleeve notes (usually six sheets of bad handwriting) were submitted for typesetting with instructions about the correct size and font (usually something gothic or “germanic”).

In April 1985 Karl the label boss (“they all want 1500!”) sent us a sketch for a logo from a young band from Essen.

They weren’t sure about their new name at this point (they were still called “Tormentor”), but Karl suggested we design something “like Iron Maiden”. He also decided spelling the name with a “K”.

Several suggestions, more sketches from the drummer, and a couple of mock-ups followed, until a final decision was made:

Apart from producing a printer-friendly line drawing (done with our trusty Rotring pens on thick artboards from Scotland) our biggest contribution to the Kreator logo probably was that we could convince the Noise guys to forget about “steel finish”, dripping blood, and their usual 3-D and airbrush effects – it was supposed to be a classic “trademark” that could be used in any colour and appearance. Luckily the band was quite good and successful, and they’re still using the logo nowadays, three decades later.

The logo was first shown on their debut album, which of course came with a Lawvere cover. The album title was decided at the last minute (by Karl, naturally), and we had to produce a line drawing of the phrase “Endless Pain” while a bicycle courier on his way to the printers was waiting in our studio.

Here’s the original LP cover, and Phil Lawvere’s painting in full:

Kreator’s Noise albums have just been reissued on CD.

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Tea Time

31 May

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Alternative History

19 May

More Jazz!

3 Apr

New from BE! Jazz – a six CD-box set of recordings from the “Jazz am Rhein” open air festival 1967 & 1968, featuring big bands like the Kurt Edelhagen All Star Band as well as smaller combos with Manfred Schoof, Peter Trunk, George Gruntz and Dusko Goykovich. The booklet has contemporary reviews in German and English plus concert pictures, posters, tickets and more.

Classic Hank Snow

21 Mar

Watch out for a new print run of the first Hank Snow box from Bear Family coming soon. The new set has an expanded 20-page book with a few additional pictures and an updated discography with  LP and EP track listings (and cover pix). (The music is the same as before – no new mastering or such.)

 

Spiel mir das Lied vom Bronkowitz

20 Dec

1960 veröffentlicht das kleine US-Indielabel Peacock eine Single des erstklassigen Kleinganoven und begnadeten Keyboarders James Booker, inspiriert von dem B-Movie »The Pusher«, in dem ein gewisser Felice Orlandi eine Figur mit dem Spitznamen »Gonzo« spielt. So heißt auch Bookers Orgel-Instrumental, und irgendwie wird es danach das Lieblingsstück eines Journalisten namens Hunter S. Thompson, der so seinen persönlichen Schreibstil benennt. Jahrzehnte später greift (nicht zum ersten Mal in Deutschland) ein Mainzer Verlag den Begriff erneut auf – und in ebendiesem »Gonzo-Verlag« ist gerade ein höchst empfehlenswertes Buch erschienen.

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Stefan Gaffory hat in »Die neun Leben des King Bronkowitz: Wehe, Du schreibst nichts über die Nits« seine Magazin-Beiträge, Blogs und andere Artikel (»Kolumnen und Essays«) zu einer faszinierenden Sammlung zusammengestellt, die – egal wo man zu lesen beginnt – einen unwiderstehlichen Sog entwickelt. Hier schreibt jemand mit wütender Begeisterung über Musik: und zwar wirklich »über« sie – ihre Wirkung auf uns (bzw. den Autor), was sie anrichtet, wen sie vernichtet, womit es anfängt, und warum es nicht aufhört. Und dabei ist das alles äußerst vergnüglich zu lesen; wenn der Autor tobt wie ein Rumpelstilzchen, im nächsten Satz aber schon wieder zu Zen-artig abgehoben-sarkastischen Vergleichen ausholt und gleich darauf in Stein gemeißelte Urteile fällt wie ein Moses des Poetry-Slams in den Flammen von brennendem Vinyl.

Zwar wird im Klappentext behauptet, keine Musikrichtung sei vor ihm sicher, aber zum Glück dreht es sich vor allem um Metal, Hip-Hop und Indie-Gitarren. Tatsächlich werden die Texte merklich schwächer, wenn der Autor andere Bereiche betritt – Glossen über die Geburtstage von Dylan und Gottlieb Wendehals sind zynisch-unterhaltsam geschrieben und bringen sicherlich erwartbare Lacher bei Lesungen, sind aber genau das, was er den Unterhaltungs-Routiniers vorwirft: altes Garn professionell abgespult für die Fangemeinde. Und ich persönlich möchte garnicht, daß der Mann über die Nits schreibt und wäre jederzeit bereit, ihn mit vorgehaltenem Scheck daran zu hindern. Man will ja auch nicht wissen, was Reich-Ranicki von Hüsker Dü hält, oder Dr. Eckart von Hirschhausen über Arno Schmidt zu sagen hat… Es ist jedoch zum Durchschmökern des (immerhin 331 Seiten starken) Bandes nicht unbedingt nötig, Gafforys Musikgeschmack zu teilen, es besteht allerdings die Gefahr, daß man sich schließlich dann doch mal eine Slayer-Platte anhört. Oder zwei; denn der Autor mag Listen. Lange, detaillierte, vollständige, aber vor allem: Listen.

Und das bildet den überraschenden Kontrast zum Noise-bedröhnten Sprach-Tornado – da werden buchhalterisch Listen-Konzepte entworfen, penibel durchgeführt, und immer wieder konstatiert, daß man soeben alle (natürlich selbst-erdachten) Kriterien brav erfüllt hat. Nebensächliche Details, die anfangs noch wie leicht irritierend-pathologischer Mitteilungsdrang wirken, entwickeln im Laufe des Buches ein Eigenleben, und man WILL einfach wissen, ob er diese bestimmte LP nun im Drogeriemarkt oder beim WOM gekauft hat (und wann)! Überhaupt bekommen autobiographische Streiflichter und Berichte schließlich immermehr die Oberhand, was dem Buch auf angenehme Weise eine zweite Erzählebene verschafft und verhindert, daß der Band als Printversion von Rate Your Music-Listen endet. (Warum gibt es eigentlich kein Personenregister? Allein, um endlich mal Fips Asmussen und Lemmy zusammen gelistet zu sehen…)

Was bleibt ist die Erkenntnis, daß die Gnade der späten Geburt durchaus ihre Nachteile hat – wer David Bowie über »Let’s Dance« und R.E.M. über »The One I Love« kennenlernt, hat einfach dermaßen lächerlich schlechte Karten, daß es kein Wunder wäre, wenn sich die pubertäre Sammel-Leidenschaft alsbald von Platten auf Panini-Bildchen oder Zinnsoldaten verlagert hätte. Herr Bronkowitz hat durchgehalten, die hoffentlich zahlreiche Leserschaft profitiert, und er schreibt zum Glück nicht über die Nits, sondern von dem, was ihm am Herzen liegt: »Music is the best.« (Frank Zappa).

Und – kauft das Buch nicht irgendwo im Computerkastl; geht in einen Buchladen und bestellt es dort: dann müßt ihr euch vor den Nachbarn nicht rechtfertigen, und die Welt wird eine bessere.

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Stefan Gaffory
Wehe, Du schreibst nichts über die Nits
Die neun Leben des King Bronkowitz: Kolumnen und Essays
Gonzo-Verlag, Mainz 2016, ISBN 978-3-944564-14-2